Vorsteuerabzug beim Kauf von Wohnungen
Beim Kauf einer Wohnung konnte Vorsteuer abgezogen werden, weil diese nicht direkt der Tochter der Käuferin überlassen wurde, sondern durch den Ehemann der Käuferin, der als Mieter fungierte.
# Was war passiert?
Eine Ehefrau kauft eine Eigentumswohnung und vermietet diese an ihren Ehemann, welcher die Wohnung anschließend der gemeinsamen Tochter zur Nutzung überließ. Das Bundesfinanzgericht (BFG) hat entschieden, dass in diesem Fall ein Vorsteuerabzug möglich war. Voraussetzung: War die Ehefrau durch die Vermietung der Wohnung an ihren Ehemann überhaupt unternehmerisch tätig? Die unternehmerische Tätigkeit ist nämlich Voraussetzung für den Vorsteuerabzug beim Kaufpreis. Das BFG bejahte dies, weil es zum Schluss kam, dass die Ausgaben zur Anschaffung der Wohnung nicht der unmittelbaren Wohnversorgung der Tochter, sondern der Vermietung an den Ehemann dienten. Andernfalls wären es nämlich Ausgaben des Unternehmers (der Ehefrau) für den Unterhalt seiner Familienangehörigen (der Tochter). Diese wären nicht abzugsfähige Aufwendungen und somit vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Weil der Mietvertrag zwischen den Ehepartnern auch zu fremdüblichen Konditionen abgeschlossen wurde, war der Vorsteuerabzug zu gewähren.# Vorsteuerabzug beim Kauf von Wohnungen
Wenn der Erwerber einer Wohnung diese im Anschluss vermietet, wird er grundsätzlich aufgrund der Vermietungstätigkeit ein umsatzsteuerlicher Unternehmer. Dadurch ist er auch zum Vorsteuerabzug berechtigt. Betragen die Umsatzerlöse allerdings weniger als € 35.000,-, gilt er als unecht umsatzsteuerbefreiter Kleinunternehmer. Das bedeutet:- Von den Einnahmen muss er keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen und somit keine Umsatzsteuer in Ausgangsrechnungen verrechnen.
- Er darf von den Ausgaben keine Vorsteuer abziehen.
- Es besteht jedoch die Möglichkeit, soweit die Umsatzsteuerbefreiung für den Vermieternachteilig ist (etwa wegen hoher Vorsteuern beim Kauf einer Wohnung), auf die unechte Umsatzsteuerbefreiung zu verzichten. Dieser Verzicht hat allerdings eine Bindungswirkung von 5 Jahren.