Generationenwechsel
2 Generationen, ein Ziel! Bettina (28) und Peter Pauschenwein (58) führen den Familienbetrieb Pauschenwein Creatives Wohnen in Wiesen nicht nur gemeinsam, sondern vor allem erfolgreich konfliktfrei. Bei Gewi Winkler GmbH in Rum in Tirol hat Thomas Winkler (58) nicht nur den Betrieb an Sohn Daniel (33) weitergegeben, sondern auch jede Menge Arbeitsmoral und Engagement.
Wertschätzung. Dieser Begriff wird bei der Familie Pauschenwein großgeschrieben. „Ich glaube einfach, genau darauf baut eine angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit der Generationen auf“, sagt Geschäftsführerin Bettina. Seit 2019 führt die Tischlermeisterin gemeinsam mit ihrem Vater Peter den Betrieb, den er vor rund 40 Jahren gegründet und über die Jahre zum erfolgreichen Unternehmen aufgebaut hat. Während es bei so vielen anderen Junior- und Seniorchef-Gespannen zu Spannungen bis hin zu Streit kommen kann, herrscht bei den Interior-Profis ein erfolgreiches Miteinander.
Gemeinsames Uni-Studium
„Ich wäre nicht besonders schlau, wenn ich mir das Know-how meines Papas nicht zu Nutze machen würde. Umgekehrt hat er immer ein offenes Ohr für neue Ideen. Ich kann so wirklich angenehm in den Betrieb hineinwachsen“, sagt Bettina. Das Besondere: Die Zwei führen nicht nur die Geschäfte miteinander, sie haben sogar zu zweit noch einmal die Studienbank gedrückt. „Wir haben gemeinsam Handelsmanagement studiert. Und ja, wir sind in den Kursen und bei den Prüfungen nebeneinandergesessen“, verraten sie lachend. Die gemeinsame Fortbildung wurde sogar dazu genutzt, die Marke Pauschenwein noch besser am Markt zu positionieren. Auch dabei war man sich einig: „Wir haben unser Portfolio verschmälert, aber gleichzeitig auch vertieft. Unser Spezialgebiet ist es, Privathäuser einzurichten. Genau darauf konzentrieren wir uns nun noch stärker.
Die vollständige Übergabe des Betriebs ist im Fall der Pauschenweins übrigens kein Thema. Immerhin genießt das Geschäftsführer-Doppel alle Vorteile, die ihre Doppelspitze mit sich bringt. „Wir können jeden Tag voneinander lernen, müssen Entscheidungen nicht alleine treffen und jeder kann seine eigene Perspektive mit in den Betrieb bringen. Unser Job und die Zusammenarbeit mit unserem Team machen uns Spaß.“
Feuer & Flamme
14 Jahre lang waren auch Thomas (58) und Daniel Winkler von der GEWI Winkler GmbH in Rum in Tirol ein unschlagbares Team im Bereich der Textilveredelung und des Textildrucks. Mit 1. Mai übergab der Senior nun aber das Zepter an seinen Junior. „Ich bin ganz ehrlich: als ich ursprünglich in die Firma eingestiegen bin, habe ich es als Notlösung gesehen. Ich war vorher in der Eventbranche tätig, was nicht so gut funktioniert hat. Um Zeit zu überbrücken, habe ich dann bei meinem Vater angefangen“, erinnert sich der neue Chef. Schon nach kurzer Zeit war Daniel aber Feuer und Flamme für den Betrieb.
„Mit mir hat ein interner Modernisierungsprozess begonnen. Mein Vater hat mir dabei freie Hand gelassen. Er hat ja gesehen, dass ich wirklich alles für die Firma gebe“, so Daniel. Die EDV wurde erneuert, ebenso die Telefonanlage. Mit einer neuen Software wurden schließlich noch die Arbeitsprozesse in den Bereichen Lagerverwaltung und Buchhaltung optimiert. „Es ist richtig etwas weiter gegangen. Das hat gezeigt, dass der gemeinsame Weg in die richtige Richtung geht. Wir haben beide unser ganzes Herzblut in die Firma gesteckt – das gibt gegenseitiges Vertrauen“, sind sich die Beiden einig.
Dass die Betriebsübergabe zeitlich mit der Pandemie zusammenfällt, ist für die Zwei ein Zeichen. „Es war einfach an der Zeit, den Prozess einzuleiten. Leider hatten wir durch die Krise ja auch ausreichend Zeit dafür“, berichtet Daniel. Mit der Übernahme des Familienbetriebs mit 50-jähriger Geschichte will das Unternehmen neu durchstarten.
Und dann kommt sie wieder ins Spiel, die so wichtige Wertschätzung, wenn es darum geht, Bilanz über die ersten Jahre der Zusammenarbeit zu ziehen und das Erfolgsrezept auf den Punkt zu bringen. Da sind sich sowohl die Winklers als auch die Pauschenweins einig: „Die junge Generation darf nie vergessen, dass es nicht ihr Verdienst ist, dass der Betrieb so gut dasteht. Das war die harte, jahrelange Arbeit der Eltern. Umgekehrt haben diese aber auch Respekt vor dem Mut der Kinder, sich eben in dieses Abenteuer zu stürzen und das Lebenswerk weiterzutragen.“