Der Strategietag, der Ihr Unternehmen weiterbringt
„Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ Perikles Wie sieht Ihre Unternehmensstrategie aus? Arbeiten Sie bereits an Ihrer Erfolgs- und Finanzplanung 2024? Sie können nicht wissen, was die Zukunft bringt, doch Sie können sich anhand einer guten Unternehmensstrategie auf sie vorbereiten. Denn bedenken Sie: Je schnelllebiger die Zeiten, desto wichtiger ist die gezielte Auseinandersetzung mit Strategie und Planung. Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ist jedoch nicht der Plan, sondern der Prozess der Planung. Allerdings bedeutet die Entwicklung einer Unternehmensstrategie mehr, als fünf oder zehn Prozent mehr Umsatz einzuplanen und zu hoffen, dass es klappt. Um gut vorbereitet in die Zukunft zu gehen, empfiehlt es sich einmal im Jahr ein bis zwei Tage zu investieren, in denen Sie sich mit strategischen Überlegungen und konkreten Fragstellungen rund um Ihr Unternehmen auseinandersetzen. 3 praktische Tipps für Ihren Strategie-Workshop
- Wer nimmt teil?
Strategie ist Chefsache: Jeder Unternehmer ist bei der Zukunftsgestaltung gefordert. Abhängig von der Struktur Ihres Unternehmens kann es sinnvoll sein, Teamleiter und engagierte Mitarbeiter einzubeziehen, die das Potenzial zur Mit-Unternehmerschaft oder Nachfolge haben. Offenheit im Teilnehmerkreis ist die entscheidende Voraussetzung. Wenn Sie selbst noch nie einen Strategietag durchgeführt haben, ist ein externer Moderator zu empfehlen. Mithilfe der Moderation werden die Themen konzentriert bearbeitet, und die Gefahr, sich in „Nebenschauplätzen“ zu verlieren, wird verringert. Darüber hinaus sorgt ein guter Moderator dafür, dass am Ende konkrete Ergebnisse und Maßnahmenpläne vorliegen.
- Vorbereitung
In einer Workshop-Agenda werden die Themen und Fragestellungen zusammengestellt. Alle Teilnehmer sollten sich bereits im Vorfeld Gedanken dazu machen. Branchenentwicklungen oder Prognosen aufgrund von Trends schärfen den Blick für mögliche Einflüsse, die den Erfolg Ihres Unternehmens bestimmen können.
- Durchführung
Wählen Sie für Ihre Strategietage einen Ort außerhalb des Unternehmens. In der Firma gibt es zu viel Ablenkung und Störpotenzial. Am besten eignet sich ein Hotel oder Tagungsort, an dem Sie im wahrsten Sinne des Wortes Raum für neue Idee haben. Sie werden einen Internetzugang brauchen, um das eine oder andere zu recherchieren. Handy und Mail-Benachrichtigungen werden am besten abgeschaltet, um den typischen „Ein Kunde braucht mich jetzt ganz dringend“-Fall zu verhindern. Bewährt haben sich eineinhalbtägige Workshops mit Übernachtung: Am ersten Halbtag wird offen diskutiert und in alle Richtungen gedacht, es ist der Tag des Möglichen. Beim Abendessen (und eventuell später an der Bar) werden die Gedanken vertieft, und am nächsten Tag können die Ideen und Überlegungen in konkrete Pläne und Schritte gefasst werden. Betrachten Sie diesen Tag als den Tag des Machbaren. Der Strategietag mit der Balanced Scorecard von Kaplan/Norton Neue Technologien und rasante Entwicklungen erfordern neue Methoden und Werkzeuge. Doch für Strategie-Einsteiger können auch grundlegendere Methoden und Denkansätze hilfreich sein. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen für strategische Planung, eine bewährte Methode ist beispielsweise das Balanced-Scorecard-Modell. Ausgehend von der Unternehmensvision und Mission werden die vier Perspektiven des Unternehmenserfolgs – Finanzen, Kunde, Mitarbeiter/Lernen und Entwicklung und Prozesse/Qualitätsmanagement – abgeleitet und daraus messbare Kennzahlen zur Zielerreichung festgelegt. Mit dieser Methode können Sie den Workshop in fünf Bereiche gliedern. Wie sieht das konkret aus? Siehe oben stehende Darstellung.
- Ausgangspunkt: Vision
Der zentrale Ausgangspunkt für die Strategieplanung sind die Vision und die Mission – Simon Sinek hat es in seinem wegweisenden Buch „Start with Why“ mit der zentralen Frage nach dem „Warum“ auf den Punkt gebracht. Also: Warum gibt es unser Unternehmen? Was treibt uns an? Warum lieben wir das, was wir tun? Wie verändern wir das Leben unserer Kunden im positiven Sinn? Das Warum bzw. die Vision und die Mission sind der Kompass, der den Weg in die Zukunft weist. Diese Aspekte geben nicht nur den Ton an und schaffen einen Kontext für die Entscheidungsfindung, sondern sie motivieren und inspirieren auch alle Beteiligten, sich für das größere Ganze zu engagieren.
- Erfolgsperspektive: Finanzen
Der wirtschaftliche Erfolg ist die Grundlage für den Fortbestand des Unternehmens. Deshalb bilden der Blick auf die Finanzkennzahlen und das Festlegen der Umsatz- und Gewinnziele zu Beginn des Workshops die Basis für die weiteren Diskussionen. Tiefergehende Fragen, die Sie sich stellen können:
- Womit verdienen wir heute unser Geld? Womit in Zukunft?
- Ist die Unternehmensgröße zukunftsfähig?Wollen wir wachsen, stabil bleiben oder uns verkleinern?
- Stehen Arbeitseinsatz der Inhaber in einem positiven Verhältnis zum Gewinn? (Oder strampeln wir uns nur im Hamsterrad ab ohne vernünftige Entlohung?)
- Erfolgsperspektive: Kunde
Auch wenn in Zeiten des Fachkräftemangels häufig die Mitarbeiter in den Mittelpunkt gerückt werden: Am Ende ist es der Kunde, der uns bezahlt, und für den wir unsere Produkte herstellen bzw. Dienstleistungen erbringen. Stellen Sie Fragen mit einer Gegenwarts- und einer Zukunftsperspektive:
- Wie sieht unser Wunschkunde aus? Für wen sind wir die Richtigen?
- Woran merken die Kunden, dass wir unsere Vision ernst nehmen?
- Wie erleichtern wir das Leben unserer Kunden?
- Auf welchen Kommunikationskanälen erreichen wir unsere Kunden?
- Welche Preismodelle sind für unsere Kunden sinnvoll?
- Erfolgsperspektive: Mitarbeiter/Lernen und Entwicklung
Wenn Sie Ihren Wunschkunden und die Produkte bzw. Dienstleistungen kennen, die Sie heute und in Zukunft anbieten wollen, geht es nun darum, die passenden Menschen für die Umsetzung Ihrer Strategie zu finden. Überlegen Sie, welches Wissen und welche Erfahrungen erforderlich sind, um Ihre Kunden zufriedenzustellen. Und wie finden Sie Mitarbeiter, die diese Skills mitbringen? Dabei ergibt sich eine ganze Reihe wesentlicher Fragestellungen:
- Welche Mitarbeiter brauchen wir? Welche passen zu uns?
- Wie fördern wir die Mitarbeiter, damit sie unsere Vision mittragen können?
- Wie erhalten unsere Mitarbeiter die Anerkennung, die sie verdienen?
- Welche fachlichen und sozialen Kompetenzen brauchen unsere Mitarbeiter, und wie bekommen sie diese?
- Welches Vergütungsmodell passt in die neue Arbeitswelt?
- Wie gewinnen wir neue Mitarbeiter, und wie erweisen wir uns als attraktiver Arbeitgeber für junge Generationen?
- Erfolgsperspektive: Prozesse/Qualitätsmanagement
Die Analyse und Optimierung der internen und externen Prozesse sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung, Automatisierung und des vermehrten Einsatzes von künstlicher Intelligenz gilt es, eigene Prozesse laufend auf den Prüfstand zu stellen und den neuesten technischen Vorgaben anzupassen. Stellen Sie sich folgende Fragen:
- In welchen Geschäftsprozessen wollen wir die Besten sein, um die Kundenerwartungen zu erfüllen?
- Wie gestalten wir unsere Prozesse, damit wir flexibel auf die Veränderungen auf dem Markt reagieren können?
- Welche Prozesse und Schnittstellen sind erfolgskritisch und bedürfen deshalb besonderer Aufmerksamkeit?
- Wer ist unser „Chief Digital Officer“, der die technologische Entwicklung vorantreibt und beobachtet?
- Welcher Investitionsaufwand ist erforderlich, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein?
- Verknüpfung der Perspektiven
Ein entscheidender Schritt im Workshop ist das Verständnis der Verknüpfungen und Wechselwirkungen. Vermutlich werden Sie schon einige Zusammenhänge erkennen, noch während Sie an Ihrem Strategietag mit den Diskussionen zu den vier Erfolgsperspektiven beschäftigt sind. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, diese Gedanken bewusst zusammenzuführen.
- Wie beeinflusst eine Veränderung in einer Perspektive die anderen Bereiche?
- Wo gibt es Synergien oder mögliche Konflikte zwischen den Perspektiven?
- Der Umsetzungsplan mit To-do-Liste
Abschließend formulieren Sie alle Diskussionspunkte und Ideen als möglichst messbare sowie konkrete Ziele und Umsetzungsmaßnahmen. Legen Sie Verantwortliche und mindestens einen Termin pro Quartal fest, an dem die Fortschritte besprochen werden. Bleiben Sie aber flexibel: Sollte sich nach drei Monaten eine Maßnahme als veraltet, undurchführbar oder wirkungslos herausgestellt haben, nehmen Sie Anpassungen vor. Um es abschließend in den Worten des ehemaligen US-Präsidenten Eisenhower zu sagen: „Pläne sind nichts. Planung ist alles.“
Ihr Fidas Team