Das Nordwand-Prinzip

Der Titel – Das Nordwand-Prinzip – hat auf den ersten Blick nicht unbedingt einen aktuellen Charakter. Allerdings der weitere Teil – Wie Sie das Ungewisse managen – neues Denkenneues Handeln – neue Wege gehen – allerdings schon. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Buch 2006 entstanden ist, dann wird es richtig interessant, denn der COVID-19 Bezug ist allgegenwärtig. Das Buch von Rainer Petek beschreibt schon damals sehr treffend, dass die Krise der Normalzustand und das unvorhersehbare Chaos der Ausnahmezustand ist. Das trifft aus meiner Sicht den aktuellen Zustand sehr treffend. Ich hatte die Möglichkeit, das Buch im Zuge eines Podcast mit Angela Hamatscheck zu besprechen und unsere Gedanken dazu auszutauschen. Wer reinhören will, hier der Link: Podcast - Das Nordwand-Prinzip - mit Daniel Nöbauer Zusammengefasst konnte ich aus dem Buch folgendes mitnehmen:
  • Viele Unternehmen kopieren gegenseitig Produkte und Dienstleistung. Die Folge ist Ununterscheidbarkeit bis zur Unkenntlichkeit. Das Ergebnis ist, dass wenn Produkte und Dienstleistungen ident sind, dann verbleibt als letztes Unterscheidungsmerkmal nur mehr der Preis und der geht nach unten!
  • Wie kann es einem Unternehmen gelingen, das vorhandene und durch kreativen Austausch oft zufällig entstehende Wissen für sich produktiv zu nutzen? Mitarbeiter sollen ermutigt werden, in Bezug auf Wissen, Fähigkeiten, in einem Verantwortungs- und Aktionsbereich zu wachsen. Dabei sind 2 Dinge zu beachten: 1. Ob ein möglicher Erfolg den nötigen Aufwand wert ist und ob ein mögliches Scheitern den Ruf des Unternehmens ruiniert oder das Überleben der Firma gefährdet. Hier kommt das Prinzip der Wasserlinie – kluges Scheitern – ins Spiel: Sei kreativ, aber bohre nie unter der Wasserlinie! 2. Die bisherige Arbeit darf nicht vernachlässigt werden, das Tagesgeschäft muss weiterhin funktionieren.
Zusammengefasst: Lernen Sie durch schnelle, kluge, kleine Fehler, durch Feldversuche und durch rasches Feedback. Schaffen Sie strukturell und sozial experimentierfreudige Rahmenbedingungen. Heben Sie Ihr Unternehmen durch neue Durchbrechungsprojekte auf ein neues Leistungsniveau!
  • Mitarbeiterführung kann am „kurzen“ oder am „langen“ Seil erfolgen. Nicht alle Mitarbeiter sind gleich und nicht alle Umstände (COVID-19) sind gleich, deshalb vergewissern Sie sich laufend, ob das Seil derzeit kurz oder lang geführt werden kann.
  • Etablieren Sie eine Fehlerkultur. Tauschen Sie nicht nur Wissen im Unternehmen aus, sondern auch Fehler! Fehler passieren zwangsläufig. Deshalb ist es wichtig diese frühzeitig erkannt werden, um gegensteuern zu können.
  • Man sollte viel öfter ins TUN kommen, anstatt zu viel Zeit in der Theorie zu verbringen. Man kann nicht theoretisch ein Unternehmen führen, man muss es TUN.
  • Wenn mal was total schief läuft: Nehmen Sie sich bewusst ein Time-Out, auch mit ihrem Team. Komplizierte Probleme brauchen komplizierte Lösungen.
  • Das absolute Chaos ist passiert. Der Lock-Down war nicht vorhersehbar. Bereiten Sie sich auf das nächste Chaos vor und spielen Sie mehrere Szenarien mit Ihrem Team durch, wie z.B. ganz aktuell: Was passiert, wenn unsere Kunden die vorliegenden Aufträge aufgrund Corona in das nächste Jahr verschieben? Oder was passiert, wenn die Hälfte unserer Kunden nicht mehr zahlen können? Wir alle hoffen, dass das nie eintritt, aber es bereitet ihr Team und ihr Unternehmen vor.
  • Jedes Unternehmen braucht eine Strategie. Vermeiden Sie jedoch Detailpläne. Kein Plan überlebt den 1. Feindkontakt.
Viel Spaß beim Reinhören, ich kann das Buch nur bestens empfehlen.