KI kann viel – Steuerberatung kann noch mehr
Künstliche Intelligenz (KI) ist im Alltag angekommen. Viele Unternehmer nutzen mittlerweile Tools wie ChatGPT, Google Gemini und Claude, um schnell und unkompliziert Recherchen zu betreiben und Antworten zu finden – auch zu Steuerfragen. Das ist verständlich, denn diese KI-Anwendungen erscheinen effizient, sind geduldig und jederzeit verfügbar.
Faktenwissen ist gut, Hintergrundwissen besser.
Insbesondere im Steuerrecht gilt der Grundsatz: Viel Wissen ist gut, Kontext ist besser. Und genau diesen individuellen Kontext kennen KI-basierte Suchmaschinen und Assistenzsysteme meistens nicht.
Wie KI eigentlich „denkt“
KI-Sprachmodelle arbeiten nicht wie Menschen. Sie haben kein Verständnis für Gesetze, kein Fachgefühl und kein Verantwortungsbewusstsein. Sie berechnen Wahrscheinlichkeiten auf Basis von Texten, mit denen sie trainiert wurden. Vereinfacht gesagt: Sie sagen das, was auf Grundlage der Inhalte, mit denen sie trainiert wurden, statistisch am wahrscheinlichsten passt. Ob das richtig, aktuell oder auf Ihren konkreten Fall anwendbar ist, weiß das System nicht.
Ein gutes Beispiel ist die scheinbar harmlose Frage: „Wie kann ich dieses Jahr noch Steuern sparen?“
Ihr Steuerberater kennt Sie und Ihr Unternehmen, und so ist für ihn sofort klar: Es geht um das laufende Kalenderjahr, um österreichisches Steuerrecht, um Ihre konkrete Rechtsform, Branche und wirtschaftliche Situation. Für eine KI ist das alles offen. Welches Jahr? Welches Land? Privatperson oder Unternehmen? GmbH oder Einzelunternehmen? Ohne diese Informationen liefert sie zwar eine Antwort – aber oft eine, die nur zum Teil Ihrem Anliegen entspricht oder gar fachlich falsch ist.
Der Prompt macht die Musik – aber nicht die Haftung
Oft heißt es: „Man muss nur richtig prompten.“ Das stimmt teilweise. Ein guter Prompt – also eine präzise Fragestellung – hilft der KI, bessere Ergebnisse zu liefern. Doch genau hier liegt das Problem für Laien: Um die richtigen Fragen zu stellen, muss man den steuerlichen Kontext bereits kennen. Wer ihn nicht kennt, kann keinen treffsicheren Prompt verfassen und merkt anschließend nicht, ob die generierte Antwort Lücken oder Fehler aufweist.
Hinzu kommt: Häufig greifen Nutzer auf kostenlose Versionen der gängigen KI-Tools zurück. Diese arbeiten oft mit älteren oder eingeschränkten Modellen, die aktuelle Gesetzesänderungen nicht kennen oder nur stark verkürzte Antworten erstellen. Dennoch vertrauen viele Nutzer darauf, was ihnen die KI sagt. Was dabei oft übersehen wird: Die KI-Anwendung haftet nicht. Sie übernimmt keine Verantwortung für Fristeinhaltungen, fehlerhafte Angaben oder steuerliche Nachteile.
Deutsche Sprache ist nicht gleich österreichisches Recht
Einen besonders heiklen Punkt hinsichtlich der Richtigkeit der Informationen stellen verwendete Quellen und die Länderlogik dar. Die meisten KI-Modelle wurden zwar mit deutschsprachigen, nicht aber speziell mit österreichischen Inhalten trainiert. Fragt man auf Deutsch nach Steuertipps, mischen sich daher schnell deutsche Regelungen in die Antwort. Für Laien ist das oft nicht erkennbar – für das Finanzamt später sehr wohl.
Deshalb setzen wir bei Fidas auf spezialisierte Steuerrechts-KI, die gezielt mit österreichischem Recht, aktueller Gesetzgebung und geprüften Quellen arbeitet. Aber auch diese Systeme können nur unterstützen und die fachliche Einordnung durch Menschen nicht ersetzen, denn sie sind Werkzeuge, keine Entscheidungsträger.
KI als Assistent, nicht als Steuerberater
Richtig eingesetzt sind KI-Anwendungen wie ChatGPT, Gemini, Claude und Copilot hervorragende Assistenten: Sie können Sachverhalte erklären, Begriffe verständlich machen oder bei der Vorbereitung auf Beratungsgespräche helfen. Riskant wird es, wenn sie zur alleinigen Entscheidungsgrundlage werden. Das Steuerrecht ist komplex, individuell und stark vom Gesamtbild abhängig. Genau dieses Gesamtbild sehen diese KI-Anwendungen aber nicht.
Deshalb empfehlen wir: Lassen Sie sich Impulse geben, und nutzen Sie KI-Anwendungen, um sich Ideen zu holen und einen groben Überblick zu verschaffen. Doch wenn es um konkrete steuerliche Fragestellungen und die Basis für fundierte, richtige Entscheidung geht, braucht es umfassendes Know-how, Erfahrung, einen Blick für das Gesamtbild und nicht zuletzt Verantwortung. Sprechen Sie also weiterhin mit Ihrem Experten der Fidas-Steuerberatung. So verbinden Sie die Geschwindigkeit moderner Technologie mit umfassender Fachexpertise und Rechtssicherheit. Denn am Ende führt nicht die schnellste, sondern die beste Antwort auf Ihre Frage zum Erfolg.