Fachkräftemangel – <br>was tun? <br>
Geringe Wertschätzung, demographischer Wandel, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und/oder Ausbildung, schlechte Bezahlung … die Gründe für die (Un-)Attraktivität eines Unternehmens und den daraus resultierenden Fachkräftemangel sind bekannt. Gehalt ist eben nicht alles. Doch was tun?
# Die Fakten
Bei einer im Mai und Juni 2021 unter Unternehmen in Österreich durchgeführten Umfrage zur Personalsuche nach Berufsgruppen fanden es 46,4 % der befragten Firmen besonders schwierig, geeignete Mitarbeiter für Handwerksberufe zu finden. Damit war dies die am schwersten zu rekrutierende Berufsgruppe, gefolgt von Technikern mit 23,3 % und Hilfsarbeitskräften mit 18,1 %.
Es lässt sich also somit kaum leugnen: In vielen Branchen fehlen qualifizierte BewerberInnen.
Einerseits begünstigen Faktoren wie z.B. ein demographischer Wandel langfristig den Fachkräftemangel. Diese Entwicklung wurde durch die Corona-Pandemie nochmals beschleunigt. Waren es zu Beginn der Krise eher die Arbeitslosenzahlen, die in die Höhe schossen, so ist es nun umgekehrt: der Bedarf an Personal ist nun höher denn je. So gab es jüngst sogar die niedrigste Arbeitslosenquote (5,7%) seit 14 Jahren.
War es bis vor Kurzem daher noch so, dass sich Personen bei einem Unternehmen beworben haben, so ist es nun umgekehrt: Ein Unternehmen muss für die (neuen) MitarbeiterInnen interessant und attraktiv sein. Doch wie kann ich denn nun als UnternehmerIn meine Attraktivität am Markt steigern?
# Arbeitsklima
Nicht nur im Sommer spielt das Klima eine große Rolle: Auch am Arbeitsplatz muss dieses stimmen. Und wir reden hier nicht (nur) von den Temperaturen!
Good to know: Der Arbeitsklima Index zeigt einen Absturz bei der Zufriedenheit der Beschäftigten von 111 Punkten vor der Pandemie auf 104 im Jahr 2021: Nie zuvor in diesem Jahrtausend waren die Beschäftigten in Österreich so unzufrieden mit ihrer Arbeit und ihrem Leben. Gründe dafür sind Corona, Zeitdruck und ständige Arbeitsbelastung.
# R-E-S-P-E-C-T – What you want
„All I'm askin' is for a little respect…“ – Sie haben gerade eine Ohrwurm bekommen? Gut so, denn „Respekt, Anerkennung & Wertschätzung“ gegenüber Ihren MitarbeiterInnen zu zeigen und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern ist der erste Schritt zu einem positiven Image.
Faire Gehälter und Löhne sind hingegen schon Hygienefaktoren, also Grundvoraussetzung und schon längst kein „Benefit“ mehr. Natürlich sind hohe Gehälter nicht ganz uninteressant, aber ein Unternehmen muss schon mehr bieten als da, um am Markt als attraktiv wahrgenommen zu werden.
# 3 Fragen für Sie
Versetzen Sie sich somit einmal in Ihre Angestellten: Was tun sie, um als gute/r ChefIn wahrgenommen zu werden? Wie würden Sie sich als ChefIn beschreiben? Und gehen Sie auf die Interessen und Wünsche Ihrer MitarbeiterInnen ein?
Mit diesen 3 (ehrlich beantworteten) Fragen können Sie nun einiges für Ihr positives Image tun:
- Frage 1: Gehe ich selbst überhaupt motiviert ins Unternehmen und strahle Freude aus?
- Frage 2: Weiß ich, was meine MitarbeiterInnen bewegt,
- Frage 3: Sehe ich meine Angestellten als wertvolles Kapital oder als notwendige Kosten?
- Homeoffice-Möglichkeiten
- Flexible Arbeitszeiten
- Team(building)-Events
- Förderung von Aus- und Weiterbildung
- StudienabbrecherInnen als KandidatInnen berücksichtigen
- Stellen intern nachbesetzen
- MitarbeiterInnen empfehlen neue KollegInnen
- Social Media als Recruiting-Kanal (Unternehmensprofil)