Außergerichtliche Unternehmenssanierung <br> <br>

Ein grober Leitfaden für Unternehmer und Geschäftsführungsorgane zu wesentlichen Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Fortbestandsicherung von Unternehmen. Die volkswirtschaftlichen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit belasten viele Unternehmen und können in manchen Fällen Unternehmenskrisen verursachen, die von Liquiditätsknappheit und Ertragsproblemen geprägt sind. Die erfolgreiche Bewältigung derartiger Krisen bedarf in der Praxis des Beherrschens anspruchsvollster Management Skills. Aus langjähriger Erfahrung haben sich für eine gelungene außergerichtliche Unternehmenssanierung einige wesentliche Erfolgsfaktoren herauskristallisiert:
  • Die Erstellung einer Fortbestehensprognose leitet sich aus der Judikatur ab und hat sich als wesentliches Instrument in Sanierungsprozessen erwiesen. Sie dient als Basis für Verhandlungen mit Kapitalgebern (z.B. Banken) als auch im Rahmen der Würdigung insolvenzrechtlicher Überschuldungssachverhalte.
  • Die Beachtung juristischer und betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen wie z.B. des Eigenkapitalersatzrechts, des „Leitfadens Fortbestehensprognose 2016“, der Insolvenzordnung etc.
  • Die Fokussierung der strategischen Unternehmensausrichtung auf die Aktualisierung des Geschäftsmodells
  • Die konsequente und zügige Umsetzung beschlossener Maßnahmen
  • Die ausreichende Berücksichtigung der Finanzierung strategischer Maßnahmen in der Geschäftsplanung
  • Die Umsetzung eines aktuellen, ordnungsgemäßen Rechnungswesens
  • Die Ermittlung der Chancen und Risiken, Stärken und Schwächen des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerber sowie der zukünftigen kundenorientierten Marktchancen
  • Die laufende Überprüfung der Liquiditätssituation
  • Statt überhastet Kosten zu senken, muss Krisenmanagement zunächst die künftige Unternehmensstrategie bestimmen. Wer Effizienzsteigerung und strategischen Wandel gleichzeitig in Angriff nimmt, verschafft allen Beteiligten Orientierung und kann Mitarbeiter und Gläubiger motivieren, harte Einschnitte zu unterstützen.
  • Die Geldgeber von Anfang an über geplante Neuausrichtung informieren und nicht verschweigen, dass dazu auch Investitionen (etwa in neue Geschäftsfelder oder Rationalisierungsprozesse) gehören können – nur dann ist es möglich, gleichzeitig die Kosten zu senken und den strategischen Wandel einzuleiten
  • Die Geschäftsführungs-/Sanierungsteamkompetenzen eindeutig definieren:
- Kostensenkungen erfordern in der Regel einen eher autoritären Führungsstil, der wenig Platz für Kreativität und Diskussionen zulässt. Gleichzeitig benötigen Wandelinitiativen einen partizipativen Führungsstil, der genau diese Flexibilität im Umgang mit der Belegschaft erlaubt: Es braucht einen kreativen Geist, der Mitarbeiter motiviert, Vertrauen schenkt und gemeinsam Lösungen für Probleme sucht. Das Management, das ein Unternehmen aus der Krise führen soll, muss beides berücksichtigen können. - Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben von Sanierungsberatern, ein Klima des Vertrauens zwischen Unternehmen und Kreditgebern zu sichern. Zumeist ist das Vertrauensverhältnis in Krisensituationen bereits negativ belastet, daher bedarf es eines sofortigen Wiederaufbaus des Vertrauens. Es muss glaubhaft vermittelt werden, dass in einem planmäßigen, nachvollziehbaren und zügigen Verfahren eine Sanierung des Unternehmens verfolgt wird und seitens des Unternehmens bzw. der Geschäftsleitung auch erzielt werden kann. Die Erstellung eines umfassenden und gut aufbereiteten Sanierungskonzeptes bzw. einer positiven Fortbestehensprognose (Primär- und Sekundärprognose) ist hier zweckdienlich. Bei der Sanierung eines Unternehmens ist im Regelfall nicht die Sanierungsphase der schwierigste Abschnitt, sondern die anschließende Erfolgssicherung. Ein Unternehmen ist dann wieder als erfolgreich einzustufen, wenn es branchenübliche Rentabilität erreicht und Eigenkapital aufgebaut werden kann. Sollte eine außergerichtliche Unternehmenssanierung nicht erfolgreich umsetzbar sein, so bietet die österreichische Insolvenzordnung als de facto „letzten Rettungsanker“ mehrere finanzielle Sanierungsoptionen wie z.B. Sanierungsverfahren mit oder ohne Eigenverwaltung sowie den Sanierungsplan. Für Rückfragen und Unterstützungsleistungen steht Ihnen Ihr Fidas-Berater gerne zur Verfügung.