Aktuelles von fidas

Neuerungen bei Mitarbeiterrabatten ab 1.1.2016

Rabatte im Ausmaß von maximal 20% bleiben steuerfrei. Wenn diese Freigrenze überschritten wird, bleiben Rabatte insoweit steuerfrei, als sie den Freibetrag von € 1.000 pro Kalenderjahr und pro Arbeitnehmer nicht übersteigen. Der zusätzliche Freibetrag soll verhindern, dass Bagatellfälle besteuert werden.
Das Über- und Unterschreiten der Freigrenze bzw. des Freibetrages muss der Arbeitgeber überprüfen und dokumentieren. Sämtliche einem Mitarbeiter gewährten Rabatte, die 20% übersteigen, sind im Kalenderjahr aufzuzeichnen.

Mitarbeiterrabatt vom Endpreis berechnen

Der Mitarbeiterrabatt ist von jenem Endpreis zu berechnen, zu dem der Arbeitgeber die Ware oder Dienstleistung fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet. Der Endpreis ist daher jener Preis, von dem übliche Kundenrabatte bereits in Abzug gebracht wurden.

Beispiel 1
Ein Arbeitgeber verkauft seine Ware an Letztverbraucher im allgemeinen Geschäftsverkehr zum üblichen Preis nach Abzug von üblichen Rabatten um € 100 (= Letztverbraucher-Endpreis).
a) Die Mitarbeiter erhalten die Ware um € 90. Da der Mitarbeiterrabatt unter der 20%-Grenze liegt, ist der Rabatt steuerfrei.
b) Die Mitarbeiter erhalten die Ware um € 70. Die 20 %-Grenze ist überschritten. Es liegt ein geldwerter Vorteil vor, welcher zu versteuern wäre. Wird allerdings der Freibetrag von € 1.000 nicht überschritten, unterliegt der Vorteil weder der Lohnsteuer noch der Sozialversicherung. Erst wenn die Freibetragsgrenze von € 1.000 pro Kalenderjahr überschritten wird, löst dies die Steuerpflicht aus.

Beispiel 2
Ein Arbeitgeber verkauft seine Ware an Letztverbraucher zu einem Preis von € 10.000 nach Abzug von Rabatten. Seinen Arbeitnehmern überlässt er die Ware um € 7.500. Der Rabatt beträgt mehr als 20 %, somit liegt ein steuerpflichtiger Sachbezug von € 2.500 vor. Da auch der jährliche Freibetrag von € 1.000 pro Arbeitnehmer überschritten wird, ist die Differenz von € 1.500 als laufender Bezug des Arbeitnehmers zu versteuern. Für künftige Rabattgewährungen in diesem Kalenderjahr ist zu beachten, dass der Freibetrag von € 1.000 für das betroffene Kalenderjahr bereits ausgeschöpft ist.

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Gewinnausschüttungen aus Kapitalgesellschaften 2016

Die geltende Rechtslage sieht vor, dass im Falle einer Gewinnausschüttung ein Wahlrecht besteht, ob diese steuerlich als Dividendenzahlung oder als Einlagenrückzahlung behandelt werden soll. Der Vorteil einer Einlagenrückzahlung liegt darin, dass diese steuerfrei – also ohne Belastung mit 25% (ab 1.1.2016 mit 27,5%) Kapitalertragsteuer (KESt) – an den Gesellschafter ausgezahlt werden kann. Eine Dividendenzahlung hingegen unterliegt immer der KESt.

Verschlechterung des Bilanzbildes

Wesentlich ist, dass die steuerfreie Einlagenrückzahlung an den Gesellschafter nur in dem Ausmaß möglich ist, in dem die Rückzahlung durch die steuerlichen Anschaffungskosten des Kapitalanteils des Gesellschafters gedeckt ist. Darüber hinaus ist zu beachten, dass Einlagenrückzahlungen das bilanzielle Eigenkapital reduzieren und damit zu einer Verschlechterung des Bilanzbildes führen. Bei Finanzierungsvorhaben, die über Kreditinstitute abgewickelt werden, kann sich dieser Umstand als nachteilig erweisen.

Verschärfung für Wirtschaftsjahre nach 31. 7.2015

Die oben beschriebene Vorgehensweise wurde nun  im Rahmen des Steuerreformgesetzes 2015/2016 in etlichen Punkten wesentlich verschärft. Das bisher bestehende weitgehende Wahlrecht (in Zusammenhang mit der Qualifizierung als steuerpflichtige Dividendenzahlung oder als steuerfreie Einlagenrückzahlung) wird durch eine zwingende Verwendungsreihenfolge ersetzt.

Künftig gilt, dass steuerfreie Einlagenrückzahlungen erst dann erfolgen können, wenn zuvor bereits alle thesaurierten Gewinne KESt-pflichtig ausgeschüttet wurden. Stammt der ausgeschüttete Betrag aus einer ordentlichen Kapitalherabsetzung, gilt dieser stets als steuerfreie Einlagenrückzahlung, soweit dieser auch tatsächlich durch Einlagen gedeckt ist. Die neue Rechtslage gilt erstmals für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.7.2015 beginnen.

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Änderungen der Immobilienertragsteuer

Auf Veräußerungen von Immobilien, die am 31.3.2012 steuerverfangen waren, fällt für natürliche Personen künftig eine ImmoESt in Höhe von 30% anstelle der bisherigen 25% an. Dies betrifft Immobilienveräußerungen sowohl aus dem betrieblichen als auch aus dem außerbetrieblichen Bereich. Die erhöhte ImmoESt wird ab dem 1.1.2016 zum ersten Mal angewendet. Bei Bilanzierern mit abweichendem Wirtschaftsjahr können zwei verschiedene Steuersätze für Immobilienveräußerung im selben Jahr zur Anwendung kommen, da Veräußerungen bis zum 31.12.2015 mit 25% besteuert werden.

Steuerbelastung erhöht sich künftig

Für Immobilien, die am 31.3.2012 nicht steuerverfangen waren, erhöht sich die künftige Steuerbelastung aufgrund der neuen ImmoESt von 3,5% des Veräußerungserlöses (= 25% ImmoESt x 14% Bemessungsbasis) auf 4,2% (= 30% x 14%). Erfolgt eine Umwidmung nach dem letzten entgeltlichen Erwerb und nach dem 31.12.1987, so beträgt die Steuerbelastung künftig 18% (= 30% ImmoESt x 60% Bemessungsbasis) anstatt der bisherigen 15% (= 25% x 60%). Eine Umwidmung wird auch dann im Zusammenhang mit einer Veräußerung angesehen, wenn diese innerhalb von 5 Jahren nach der Veräußerung stattfindet.

Inflationsabschlag entfällt

Zusätzlich entfällt mit 1.1.2016 der Inflationsabschlag. Dieser reduzierte ab dem elften Jahr nach dem Zeitpunkt der Anschaffung oder späteren Umwidmung die Einkünfte jährlich um 2%, höchstens jedoch um 50%. Die Kosten der Selbstberechnung und Mitteilung verringern wie bisher die Einkünfte. Andere Kosten, die im Zusammenhang mit der Veräußerung stehen (z.B. Maklerprovisionen), dürfen auch weiterhin nicht abgezogen werden. Dies kann allerdings im Fall einer Option zur Regelbesteuerung umgangen werden.
Wenn die Option der Regelbesteuerung gewählt wird, unterliegt der Veräußerungsgewinn dem normalen Einkommensteuer-Tarif, was unter Umständen zu einer höheren Besteuerung führen könnte. Im Einzelfall sollte daher ein Vorteilhaftigkeitsvergleich durchgeführt werden, wobei wir Sie gerne beraten.

Um die Steuerbelastung durch die erhöhte ImmoESt etwas abzumildern, dürfen Verluste bei privaten Grundstücksveräußerungen ab 1.1.2016 im Ausmaß von 60% (bisher 50%) ausschließlich mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ausgeglichen werden. Der Verlustausgleich kann entweder im Entstehungsjahr oder durch Verteilung auf das Entstehungsjahr und die folgenden 14 Jahre erfolgen.

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Einschränkung der Verlustverwertung bei kapitalistischen Mitunternehmern

Ein Gesellschafter ist ein kapitalistischer Mitunternehmer, wenn er Dritten gegenüber nicht oder nur eingeschränkt haftet (wie etwa ein Kommanditist und ein atypisch stiller Gesellschafter) und keine ausgeprägte Mitunternehmerinitiative entfaltet.

Künftig soll ein Verlust bei kapitalistischen Mitunternehmern nur noch ausgleichsfähig sein, wenn dieser im Stand des steuerlichen Kapitalkontos gedeckt ist. Sollte ein Verlust zu einem negativen Stand des steuerlichen Kapitalkontos führen bzw. diesen erhöhen, wird dieser auf „Wartetaste gelegt“ und ist nur mit künftigen Gewinnen aus derselben Beteiligung, mit Einlagen oder mit Übergangsgewinnen und Veräußerungsgewinnen verrechenbar. Sonderbetriebsvermögen, Sonderbetriebseinnahmen und -ausgaben sowie Entnahmen und Einlagen sind nicht im steuerlichen Kapitalkonto zu berücksichtigen und daher ausgleichsfähig.

Ausgeprägte Mitunternehmerinitiative

Ein Mitunternehmer, der bloß eine beschränkte Haftung übernommen hat, kann dennoch einen sofortigen Verlustausgleich geltend machen, sofern er eine ausgeprägte Mitunternehmerinitiative entfaltet. Etwa ein Kommanditist, der auch Geschäftsführer der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co KG ist.
Unter Mitunternehmerinitiative ist eine aktive unternehmerische Mitarbeit zu verstehen. Eine bloße Wahrnehmung von Kontrollrechten reicht nicht aus. Eine Mitarbeit im Ausmaß von 10 Wochenstunden wird aber als ausreichend angesehen, um eine ausgeprägte Mitunternehmerinitiative zu entfalten. Ein Indiz für die Mitunternehmerinitiative ist eine Pflichtversicherung nach ASVG oder GSVG aus dieser Beteiligung.

Andere Stellung des Gesellschafters

Ändert sich die Stellung des Gesellschafters nachträglich, indem dieser von einem kapitalistischen Mitunternehmer zu einem unbeschränkt haftenden Unternehmer (Komplementär, Offener Gesellschafter) wird, können die bis dahin angefallenen Wartetastenverluste verrechnet werden.
Entfaltet der kapitalistische Mitunternehmer nachträglich Mitunternehmerinitiative, unterliegen die bis dahin angefallenen Verluste weiterhin den speziellen Regeln der Verlustverwertung  für kapitalistische Mitunternehmer. Ein sofortiger Verlustausgleich ist allerdings für Verluste ab dem Zeitpunkt der Entfaltung von Mitunternehmerinitiative möglich.

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Absetz- und Freibeträge 2016

Der Arbeitnehmerabsetzbetrag und der Grenzgängerabsetzbetrag werden ab 2016 zum sogenannten Verkehrsabsetzbetrag in Höhe von €  400 zusammengefasst. Geringverdienende Pendler erhalten zudem einen sogenannten Pendlerzuschlag. Der Pendlerzuschlag ersetzt den Pendlerausgleichsbetrag und ist ein Aufschlag auf den Verkehrsabsetzbetrag. Besteht Anspruch auf Pendlerpauschale und liegt das Einkommen unter € 12.200, erhöht sich der Verkehrsabsetzbetrag auf € 690. Der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag vermindert sich zwischen Einkommen von € 12.200 und € 13.000 gleichmäßig einschleifend auf € 400.

Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag

Der Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag ist im Falle einer negativen Steuerberechnung, begrenzt mit dem negativen Steuerbetrag, weiterhin rückzuerstatten. Ergibt sich bei Steuerpflichtigen, die Anspruch auf den Verkehrsabsetzbetrag haben, eine Einkommensteuer unter null, erfolgt nun eine Rückerstattung in Höhe von 50% (bisher 10%) von Pflichtbeiträgen zu gesetzlichen Interessenvertretungen sowie von vom Arbeitnehmer entrichteten gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträgen (SV-Rückerstattung). Die Rückerstattung ist jedoch mit maximal € 400 pro Jahr begrenzt. Bei Steuerpflichtigen mit Anspruch auf Pendlerpauschale können höchstens € 500 Euro rückerstattet werden.

Kinderfreibetrag und Sonderausgaben

Der Kinderfreibetrag wird auf € 440 pro Kind verdoppelt. Haben beide Elternteile ein steuerpflichtiges Einkommen und leben diese in einem gemeinsamen Haushalt, kann ab 2016 jeder Elternteil € 300 Euro (bisher € 132) pro Kind geltend machen (zusammen daher € 600).

Die Topf-Sonderausgaben (für Versicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung) werden mit 1.1.2016 abgeschafft und laufen 2020 endgültig aus. Eine Absetzbarkeit bis 2020 ist jedoch noch möglich, wenn der Vertragsabschluss bzw. der tatsächliche Baubeginn vor dem 1.1 2016 liegt. So können etwa Ausgaben für die Schaffung von begünstigtem Wohnraum oder die Sanierung von Wohnraum noch bis 2020 geltend gemacht werden, sofern der der Zahlung unterliegende Vertrag vor dem 1.1.2016 abgeschlossen worden ist. Das Sonderausgabenpauschale von € 60 läuft ebenfalls mit Ende 2020 aus.

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Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht: Schonfrist bis 30.6.2016

Die Nichtbeachtung der Registrierkassenpflicht ist als Finanzordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe bis € 5.000 strafbar Die Nichtbeachtung der Regelungen führt außerdem zum Verlust der Vermutung der sachlichen Richtigkeit der geführten Bücher und Aufzeichnungen und hat somit eine Schätzung der Besteuerungsgrundlagen durch die Finanzbehörde zur Folge.
Auch eine Verletzung der Belegausstellungspflicht ist mit einer Geldstrafe bis zu € 5.000 zu ahnden. Für den Belegempfänger, meist den Kunden, hat ein Verstoß gegen die Belegentgegen- und Belegmitnahmepflicht keine (finanz-)strafrechtlichen Konsequenzen.

Übergangsphase bis 30.6.2016

1. Quartal 2016: In der Übergangsphase (Zeitraum 1.1.2016 bis 31.3.2016) werden von den Abgabenbehörden keine finanzstrafrechtlichen Verfolgungen und Bestrafungen bei bloßer Nichterfüllung der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht gesetzt.

2. Quartal 2016:
Bis zum 30.6.2016 werden von den Abgabenbehörden bei bloßer Nichterfüllung der Registrierkassenpflicht keine finanzstrafrechtlichen Verfolgungen und Bestrafungen gesetzt, wenn die Betroffenen besondere Gründe für die Nichterfüllung der Pflicht glaubhaft machen können. Solche Gründe sind etwa:

  • Die Anschaffung einer Registrierkasse war aufgrund von Nichteinhaltung der Lieferfristen durch die Kassenhersteller nicht möglich
  • Die Installation der notwendigen Software für die elektronische Festhaltung der Umsätze war mangels notwendiger fachlicher Beratung durch den IT-Servicefachmann nicht rechtzeitig möglich
  • Die erforderliche Einschulung des Unternehmers und seiner Erfüllungsgehilfen war nicht zeitgerecht durchführbar

Die Straffreiheit gilt aber nur dann, wenn es zu keiner Abgabenverkürzung oder -hinterziehung gekommen ist.

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Bauwirtschaft: Check in der Lohnverrechnung bis 1.1.2016 erforderlich

Zur Eindämmung der Schattenwirtschaft ist in der Bauwirtschaft künftig ein steuerliches Abzugsverbot für bar bezahlte Aufwendungen bzw. Ausgaben für beauftragte Bauleistungen vorgesehen. Bar bezahlte Ausgaben können also nicht mehr gewinnmindernd geltend gemacht werden. Betroffen ist das Entgelt, das das Auftrag gebende Unternehmen dem beauftragten Unternehmen als Gegenleistung bei Weitergabe der Erbringung einer Bauleistung in bar leistet.

Entgelte ab € 500

Umfasst vom Abzugsverbot sind Entgelte ab € 500, die durch Barzahlungen erfolgen. Nicht erfasst sind daher jene Gegenleistungen in Form einer Barzahlung, die im Einzelfall den Betrag von € 500 unterschreiten. Ab einer Barzahlung von € 500 ist der gesamte Betrag vom Abzugsverbot betroffen.
Die Grenze bezieht sich auf die jeweils abzugeltende einzelne Leistung. Eine willkürliche Aufteilung einer einheitlichen Leistung mit dem Zweck, die Grenze zu unterlaufen, kann die Anwendung der Bestimmung nicht verhindern. Das Abzugsverbot gilt für Aufwendungen, die ab 1.1.2016 anfallen.

Barzahlungsverbot von Arbeitslöhnen

Um den Lohnsteuermissbrauch in der Bauwirtschaft einzudämmen, gilt ab 1.1.2016 die Verpflichtung zur unbaren Auszahlung von Arbeitslöhnen an Arbeitnehmer, die zur Erbringung von Bauleistungen beschäftigt sind. Damit soll die Möglichkeit, fiktive Lohnzahlungen zu bewirken bzw. Schwarzlohnzahlungen zu tätigen, künftig hintangehalten werden. Das Barzahlungsverbot gilt jedoch nur für jene Fälle, in denen der Arbeitnehmer, an den der Lohn bzw. das Gehalt ausgezahlt wird, über ein bei einem Kreditinstitut geführtes Girokonto verfügt oder einen Rechtsanspruch auf ein solches hat.
Ein Verstoß gegen das Barzahlungsverbot stellt den Tatbestand einer Finanzordnungswidrigkeit dar und wird mit einer Geldstrafe bis zu € 5.000 geahndet.

Anpassungen in der Personalverrechnung

Abschließend sei nochmals darauf hingewiesen, dass sich vor allem aufgrund des künftig geltenden Barauszahlungsverbotes ein Umstrukturierungsbedarf in der Personalverrechnung ergeben kann, weil derzeit bare Lohnzahlungen auf Überweisung umgestellt werden müssen. Es wird daher dringend empfohlen, bis 31.12.2015 entsprechende Anpassungen in der Personalverrechnung vorzunehmen, um für die Neuregelung gerüstet zu sein.

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Risikomanagement bei neuen Lieferanten und Subunternehmern

Zukünftig ist eine bescheidmäßige Feststellung, ob etwa eine Scheinfirma vorliegt, vorgesehen. Das Finanzministerium hat diesbezüglich eine Liste der rechtskräftig festgestellten Scheinunternehmen im Internet zu veröffentlichen. Weiters ist ein entsprechender Vermerk im Firmenbuch einzutragen.
Ab der rechtskräftigen Feststellung des Scheinunternehmens haftet der auftraggebende Unternehmer zusätzlich zum Scheinunternehmen als Bürge und Zahler für Entgeltsansprüche der beim Scheinunternehmen beschäftigten Arbeitnehmer, wenn er zum Zeitpunkt der Auftragserteilung wusste oder hätte wissen müssen, dass es sich beim Auftrag nehmenden Unternehmen um ein Scheinunternehmen handelt. Die Internet-Liste und das Firmenbuch sollten daher vor Auftragsvergabe geprüft werden, um nachzuweisen, dass man keine Kenntnis vom Status eines Scheinunternehmens hatte.

UID-Abfrage

Im Zusammenhang mit innergemeinschaftlichen Lieferungen und mit der Berechtigung zum Vorsteuerabzug ist es unablässig, die UID-Nummer des Geschäftspartners zu überprüfen. Dies sollte jedenfalls in Form der sogenannten „Stufe-2-Abfrage“ über FinanzOnline erfolgen. Bei einer solchen Abfrage werden neben der generellen Gültigkeit der UID-Nummer auch noch der Name und die Anschrift des Geschäftspartners angezeigt. Verfügt der Geschäftspartner nämlich über keine gültige UID-Nummer, so wird die innergemeinschaftliche Lieferung an diesen Geschäftspartner nicht als steuerfrei anerkannt bzw. sind Vorsteuern, die von diesem Geschäftspartner in Rechnung gestellt werden, nicht abzugsfähig.

Abfrage aus der HFU-Liste
Auftraggeber aus der Baubranche sollten hinsichtlich ihrer Subunternehmer eine Abfrage aus der sogenannten HFU-Liste durchführen, um eine Haftung für Sozialversicherungsbeiträge und Lohnabgaben des Subunternehmers zu verhindern.

Wichtig: Alle Abfragen müssen nachvollziehbar und dokumentiert erfolgen. Die entsprechenden Ergebnisse der Abfragen sind zu Nachweiszwecken auszudrucken und entsprechend aufzubewahren!

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Änderungen bei kleinen Vereinsfesten

Steuerliche Begünstigungen kommen für Vereine insbesondere unter der Voraussetzung in Betracht, dass diese nach der Satzung und nach ihrer tatsächlichen Geschäftsführung ausschließlich und unmittelbar auf die Förderung gemeinnütziger Zwecke ausgerichtet sind. Allerdings stehen diese Erleichterungen nur dann zu, wenn sie sogenannte „unentbehrliche“ oder „entbehrliche“ Hilfsbetriebe des Vereins betreffen. Zu einem begünstigungsunschädlichen entbehrlichen Hilfsbetrieb zählt etwa auch ein kleines Vereinsfest.

Voraussetzungen für ein kleines Vereinsfest

Nach Ansicht der österreichischen Finanzverwaltungen liegt ein kleines Vereinsfest nur unter den nachstehenden Voraussetzungen vor:

  • Die Organisation wird ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahe Angehörige vorgenommen (unschädlich ist aber etwa die Durchführung eines Feuerwerkes durch Professionisten, da ein solches nur durch diese durchgeführt werden darf).
  • Insgesamt dürfen kleine Vereinsfeste den Zeitraum von 48 Stunden im Kalenderjahr nicht überschreiten.
  • Die Verpflegung darf ein beschränktes Angebot nicht übersteigen und darf ausschließlich durch Vereinsmitglieder oder deren nahe Angehörige bereitgestellt und verabreicht werden. Ein zusätzliches geringfügiges Speisenangebot durch einen fremden Dritten, wie bspw. durch einen „Hendlbrater“, führt in der Regel nicht zum Verlust der steuerlichen Begünstigungen.
  • Unterhaltungsdarbietungen dürfen nur durch Vereinsmitglieder oder regionale und der breiten Masse nicht bekannte Künstler erfolgen. Eine Änderung ergab sich in diesem Zusammenhang für die Frage, wann Musikgruppen oder andere Künstlergruppen als „regional und der breiten Masse nicht bekannt“ gelten. Bisher war das der Fall, wenn der übliche Preis einer Musik- oder Künstlergruppe € 800/Stunde nicht überschritten hat.
    Für alle nicht veranlagten Fälle sowie auf alle beim Finanzamt zum 1.10.2015 anhängigen Fälle, in denen noch keine Beschwerdevorentscheidung ergangen ist, ist nun neu, dass das übliche Auftrittsentgelt € 1.000 nicht übersteigen darf.

Werden sämtliche von der Finanzverwaltung genannten Kriterien nicht kumulativ erfüllt, so stellt die Veranstaltung ein begünstigungsschädliches großes Vereinsfest dar und führt zum Verlust der Begünstigungen. Werden diese Voraussetzungen aber erfüllt, ist das kleine Vereinsfest auch nicht von der ab 1.1.2016 geltenden Registrierkassenpflicht betroffen.

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Meldepflicht für Kapitalzuflüsse aus CH und LIE: Entscheidung bis 31.3.2016 erforderlich!

Diese Verpflichtung gilt für Zeiträume

  • zwischen 1.7.2011 und 31.12.2012 aus der Schweiz bzw.
  • zwischen 1.1.2012 und 31.12.2013 aus Liechtenstein

Die Meldepflicht betrifft nur österreichische Konten und Depots von natürlichen Personen und von liechtensteinischen Stiftungen und stiftungsähnlichen Anstalten.

Als Kapitalzuflüsse werden angesehen

  1. Einzahlung und Überweisung von Sicht-, Termin- und Spareinlagen
  2. Einzahlung und Überweisung im Rahmen der Erbringung von Zahlungsdiensten oder im Zusammenhang mit dem Verkauf von Bundesschätzen
  3. Übertragung von Eigentum an Wertpapieren mittels Schenkung
  4. Verlagerung von Wertpapieren in inländische Depots

Sollten diese Kapitalzuflüsse nicht ordnungsgemäß versteuert worden sein und dies durch die Meldepflicht per 31.12.2016 einsichtig werden, können Betroffene davor entweder eine Nachversteuerung der Kapitalzuflüsse mittels anonymer Einmalzahlung leisten oder eine Selbstanzeige vor Meldung der Zuflüsse durch das Kreditinstitut erstatten, um erheblichen Geldstrafen und Freiheitsstrafen zu entgehen.

Anonyme Einmalzahlungen

Möchte der Inhaber der Konten und Depots eine anonyme Einmalzahlung mit Abgeltungswirkung zum Zwecke der Nachversteuerung wählen, so hat eine unwiderrufliche Erklärung an das Kreditinstitut bis zum 31.3.2016 zu erfolgen. Die Einmalzahlung ist in Höhe von 38 % der meldepflichtigen Zuflüsse zu entrichten. Das Kreditinstitut muss die Steuer bis zum 30.9.2016 einbehalten und abführen. Aufgrund der Abfuhr der Steuer ist die Bank dann nicht mehr verpflichtet, eine Meldung an die Finanz abzugeben.

Selbstanzeige vor Meldung durch das Kreditinstitut

Wird die anonyme Einmalzahlung nicht gewählt, so sollte bei nicht ordnungsgemäßer Versteuerung der Beträge eine Selbstanzeige erstattet werden, um die damit einhergehende strafbefreiende Wirkung zu erlangen. Die Meldung über erfolgte Kapitalzuflüsse der Bank bis 31.12.2016 gilt als Tatentdeckung durch die Behörde, deshalb sollte eine Selbstanzeige jedenfalls noch vor diesem Datum erfolgen, um die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige zu gewährleisten.