Aktuelles von fidas

Der “Dienstleistungsscheck” ab 1.1.2006

Der “Dienstleistungsscheck” ab 1.1.2006Zahlreiche Österreicher beschäftigen Personen, die ihnen Arbeiten im privaten Haushalt abnehmen. In der Praxis wird jedoch nur ein Bruchteil dieser Arbeitsverhältnisse tatsächlich bei der Gebietskrankenkasse gemeldet.
Solche Arbeitsverhältnisse müssen bei der Gebietskrankenkasse angemeldet werden; auch Lohnabgaben wären zu entrichten. Die Schwarzarbeit treibt in diesem Bereich jedoch Blüten. Dem soll das Dienstleistungsscheckgesetz (DLSG) nun entgegenwirken. Es ist für Dienstverhältnisse ab 1.1.2006 für einfache haushaltstypische Tätigkeiten anwendbar. Etwa für die Reinigung von Wohnung, Wäsche und Geschirr, das Herbeischaffen von Lebensmitteln, für Gartenarbeiten oder die Beaufsichtigung von Kindern. Nicht erfasst sind Tätigkeiten, die eine spezielle Ausbildung erfordern, wie Alten-, Kranken- und Kinderbetreuung. Die Beschäftigung darf dabei nicht mehr als einen Monat dauern – in der Praxis werden hier neue Vereinbarungen von Woche zu Woche abgeschlossen werden. Auch das Entgelt darf die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von € 333,16 (2006)  pro Monat nicht übersteigen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so muss das Dienstverhältnis nicht angemeldet werden, wenn das Entgelt in Form von Dienstleistungsschecks entrichtet wird.

Pflichten des Arbeitgebers

Diese Dienstleistungsschecks (DLS) erwirbt der Dienstgeber etwa in Trafiken oder Postämtern. Der Wert eines DLS wird sich an den kollektivvertraglichen Mindestlohn pro Stunde für Hausgehilfen (inklusive einer Abgeltung für Urlaub und Sonderzahlungen) orientieren. Diesen Wert erhält der Dienstnehmer, wenn er den DLS bei der Gebietskrankenkasse einreicht. Der Preis des DLS wird etwas über dessen Wert liegen, womit ein Unfallversicherungsbeitrag und eine Verwaltungsabgabe durch den Dienstgeber bezahlt werden. Der DLS muss Name und Sozialversicherungsnummer von Arbeitgeber und Arbeitnehmer enthalten, sowie den Beschäftigungstag. Bei erstmaliger Beschäftigung muss für die GKK ein Beiblatt ausgefüllt werden, das Name, Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer enthält. Der Arbeitgeber muss den DLS dem Arbeitnehmer sofort nach Beendigung der Leistung im Wert des Mindestlohns (um diesen zu ermitteln, wird es Infostellen geben) übergeben. Beschäftigt der Arbeitgeber mehrere Arbeitnehmer und überschreitet das Entgelt die 1 ½fache Geringfügigkeitsgrenze, so muss er die Dienstgeberabgabe entrichten.

Arbeitsberechtigung prüfen

Der Arbeitgeber hat die Arbeitsberechtigung des Arbeitnehmers in Österreich zu prüfen. Diese Verpflichtung sollte ernst genommen werden, denn die Gebietskrankenkasse (GKK) übermittelt bei Einlösen des DLS Daten an das Arbeitsmarktservice, das die Arbeitsberechtigung kontrolliert. Bei erstmaligem Zuwiderhandeln erfolgt zunächst nur eine Ermahnung.
Der Arbeitnehmer soll die DLS bis zum Ende des dem Beschäftigungstag folgenden Monats bei der GKK einreichen. Er bekommt das Geld von der GKK auf sein Konto oder durch Postanweisung ausbezahlt. Bleibt der Arbeitnehmer mit dem Entgelt unter der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze, so ist er nur in der Unfallversicherung versichert. Bei Überschreiten der Grenze ist er auch in der Kranken- und Pensionsversicherung versichert, er muss dann monatlich Beiträge zahlen. Eine Option in die Kranken- und Pensionsversicherung ist möglich.

Achtung

Bezieht der Arbeitnehmer Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, ist auch die Erwerbstätigkeit, die durch DLS abgegolten wurde, zu melden. Wird die Geringfügigkeitsgrenze überschritten, so steht am Beschäftigungstag keine Arbeitslosenunterstützung zu. Die durch DLS bezogenen Entgelte sind Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit und müssen auch versteuert werden. Die GKK behält zwar keine Lohnsteuer ein, sie übermittelt jedoch dem für den Dienstnehmer zuständigen Finanzamt bis 31.1. einen Lohnzettel. Beträgt das Einkommen des Arbeitnehmers pro Jahr mehr als die Besteuerungsgrenze von € 10.900, erfolgt eine (Pflicht-)Veranlagung und es kommt zu einer Einkommensteuernachzahlung.

Da die Regelungen für Dienstleistungsschecks nicht gerade simpel sind, ist ernsthaft zu bezweifeln, ob sie gerade für derartige Beschäftigungsverhältnisse zahlreich in Anspruch genommen werden.

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Verwertung von Spekulationsgewinnen

Verwertung von Spekulationsgewinnen

Wenn Sie sich von Ihrer Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung trennen wollen, ist der erzielte Veräußerungsgewinn steuerpflichtig. Dann gilt nämlich die unwiderlegbare “Spekulationsvermutung” der Finanzbehörde.
Beispiel: Herr A hat im Jahr 1999 eine Eigentumswohnung um € 100.000 gekauft. Er hat die Wohnung bis August 2005 vermietet. Im November 2005 veräußert er nun die Eigentumswohnung um € 120.000. Die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und den Anschaffungskosten (somit € 20.000) sind steuerpflichtig. Da A zusätzlich noch Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb in Höhe von € 60.000 erzielt, muss er – neben der Steuer auf die € 60.000 – 50 % des Veräußerungsgewinnes (also € 10.000) an das Finanzamt abführen.

Spekulationsverlust gegen Spekulationsgewinn gegenrechnen

Solch unangenehme Folgen kann man aber vermeiden. Wenn Sie etwa ein Aktiendepot besitzen und einen Spekulationsgewinn aus einem Immobilienverkauf erwarten, so sollten Sie überprüfen, ob nicht im Jahr des Wohnungsverkaufes Ihre Aktien erheblich an Wert verloren haben. Wenn es unter diesen Aktien welche gibt, die vor weniger als einem Jahr gekauft wurden, dann sind Sie trotz der Kursverluste ein Gewinner. Bei Aktien gilt nämlich – im Unterschied zu den Immobilien – nur eine einjährige Spekulationsfrist. Sie verkaufen nun diese Aktien und können den Spekulationsverlust gegen den Spekulationsgewinn aus dem Immobilienverkauf gegenrechnen. Verluste aus Spekulationsgeschäften dürfen nämlich nur gegen Gewinne aus anderen Spekulationsgeschäften verrechnet werden.

Hätte also im Beispiel Herr A im Jänner 2005 Aktien der X AG um € 40.000 angeschafft und diese im November 2005 um € 30.000 veräußert, so würde ein Spekulationsverlust von € 10.000 entstehen. Dieser Spekulationsverlust könnte gegen den Spekulationsgewinn aus dem Immobilienverkauf verrechnet werden. Der Gesamtspekulationsgewinn würde nur mehr € 10.000 betragen und die Einkommensteuerbelastung aus dem Liegenschaftsverkauf würde sich auf € 5.000 reduzieren.

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Erstattung der Kapitalertragsteuer

Erstattung der Kapitalertragsteuer

Wenn Sie lohnsteuerpflichtige Einkünfte haben, die gemeinsam mit Ihren Zinseinkünften nicht höher als € 10.000 pro Jahr sind, kann es sinnvoll sein, einen Antrag auf Rückerstattung der Kapitalertragssteuer zu stellen.
In Österreich wird die Einkommensteuer auf Kapitalerträge (beispielsweise Zinsen aus Bankguthaben, Sparbüchern oder Bausparverträgen) in Form der so genannten Kapitalertragssteuer (KESt) von der Bank einbehalten, die sie dann direkt ans Finanzamt abliefert. Der Kapitalertragssteuersatz beträgt 25%, unabhängig vom persönlichen Steuersatz des Steuerpflichtigen. Wenn lohnsteuerpflichtige und Zinseinkünfte maximal € 10.000 pro Jahr ausmachen, sollte ein Antrag auf Rückerstattung der Kapitalertragssteuer überlegt werden. Sind in den Einkünften keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte enthalten, so beträgt diese Grenze € 8.887.

Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag?

Als Einschränkung ist allerdings zu beachten, dass an Personen, für die ein Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag besteht, nur die KESt, die jährlich über € 610,80 liegt, zurückerstattet wird. Sollte der Steuerpflichtige einen (Ehe-)Partner haben, der für ihn den Alleinverdienerabsetzbetrag erhält, so kann nur so viel an KESt rückerstattet werden, als der Rückerstattungsbetrag über dem jeweiligen Alleinverdienerabsetzbetrag (ohne Kind € 364, bei einem Kind € 494, bei zwei Kindern € 669 für jedes weitere Kind zusätzlich € 220) liegt.

Erstattung der KESt

Die Erstattung der KESt ist entweder in der Einkommensteuererklärung, in der Arbeitnehmerveranlagung oder mit eigenem Antrag (Vordruck E3) beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt für das Jahr, in dem die KESt angefallen ist, zu beantragen. Die nötigen Formulare sind im Internet unter http://www.bmf.gv.at/ unter “Formulare” zu finden. Der Antrag kann auch noch für 5 Jahre rückwirkend gestellt werden – im Jahr 2006 also noch bis zum Kalenderjahr 2001 zurück. Gerne sind wir Ihnen dabei behilflich.

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Änderungen der Rechnungslegungspflicht durch das Unternehmensgesetzbuch

Änderungen der Rechnungslegungspflicht durch das Unternehmensgesetzbuch

Im Zuge der Reform des Handelsgesetzbuches wurde das neue Unternehmensgesetzbuch (UGB) geschaffen, das 2007 in Kraft treten wird. Die Reform des Handelsrechtes hat auch Auswirkungen auf die Rechnungslegungspflichten.
Bislang knüpfte die Buchführungspflicht an die Kaufmannseigenschaft nach dem Handelsgesetzbuch an. Da der Begriff “Kaufmann” durch die Reform des Handelsrechts ab 1.1.2007 Geschichte ist, müssen die Rechnungslegungsvorschriften entsprechend angepasst werden. Der Begriff “Kaufmann” wird dann durch den “Unternehmer” ersetzt. Das ist jemand, der ein “Unternehmen” betreibt. Ein Unternehmen ist eine:

  • auf Dauer angelegte
  • Organisation
  • selbständig wirtschaftlicher Tätigkeit
  • auch wenn diese nicht auf Gewinn gerichtet ist.

Auf die Eintragung im Firmenbuch kommt es für das Bestehen einer handelsrechtlichen Buchführungspflicht künftig nicht mehr an. Das UGB legt zwar fest, dass ab 1.1.2007 Kapitalgesellschaften sowie unternehmerisch tätige GmbH & Co KGs (bei denen neben der GmbH keine natürliche Person als Komplementär auftritt) immer buchführungspflichtig sind. Für sie kommt es damit jedoch zu keinen Änderungen – sie waren auch bislang schon uneingeschränkt rechnungslegungspflichtig.

Umsatz mehr als € 400.000 bzw. € 600.000 im Jahr

Alle anderen Unternehmer – dazu gehören beispielsweise Einzelunternehmer, OHG, KG oder die mit dem UGB neu geschaffene OG – sind allerdings ab 2007 verpflichtet, Bücher zu führen, wenn ihr Umsatz mehr als € 400.000 im Jahr beträgt. Die Buchführungspflicht beginnt, wenn diese Grenze in zwei aufeinander folgenden Wirtschaftsjahren überschritten wird.
Wird dieser Schwellenwert um mehr als die Hälfte (= Umsatz > € 600.000) überschritten, tritt ab dem folgenden Geschäftsjahr Buchführungspflicht ein.
Damit kommt es insbesondere bei größeren Einzelunternehmen verpflichtend – und nicht nur bei Eintragung in das Firmenbuch – zur Buchführungspflicht.

Weiterhin ausgenommen von den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften bleiben Freiberufler sowie Land- und Forstwirte unter der Voraussetzung, dass sie ihre Tätigkeit im Rahmen eines Einzelunternehmens oder in Form von Personengesellschaften ausüben. Auch nicht von der handelsrechtlichen Buchführungspflicht betroffen sind vermögensverwaltende Personengesellschaften; außer es handelt sich dabei um eine Gesellschaft, bei der kein unbeschränkt haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist. Die Umsatzgrenze ist für dies Unternehmen nicht ausschlaggebend.

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SV-Werte 2006

SV-Werte 2006

Die aktuellen Sozialversicherungswerte für 2006
Höchstbeitragsgrundlage ASVG: € 3.750,00 pro Monat

Höchstbeitragsgrundlage GSVG: € 4.375,00 pro Monat

Monatliche Geringfügigkeitsgrenze ASVG: € 333,16 pro Monat

Mindestbeitragsgrundlage GSVG-Krankenversicherung (Normalfall): € 594,18 pro Monat

Mindestbeitragsgrundlage GSVG-Pensionsversicherung (Normalfall): € 1.073,08 pro Monat

Versicherungsgrenze neue Selbständige: € 6.453,36 pro Jahr bzw. € 3.997,92 pro Jahr,
wenn auch eine andere Erwerbstätigkeit oder Pension vorliegt

Service-Entgelt für die E-Card: € 10 pro Jahr

Höchstbemessungsgrundlage in der Pension: € 3.131,94

Brutto-“Höchstpension” (80 %) pro Monat: € 2.505,55

Höchstbetrag des Arbeitslosengeldes: € 39,31 pro Tag (= € 1.179,30 pro Monat bei 30 Tagen)

SV-Beiträge (Gesamtbeitragssatz: 39,90 %):

  • Angestellte: DN-Anteil 18,00 %, DG-Anteil 21,90 %
  • Arbeiter: DN-Anteil 18,20 %, DG-Anteil 21,70 %

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Welche Merkmale muß ein Geschäftspapier enthalten?

Welche Merkmale muß ein Geschäftspapier enthalten?

Die optische Gestaltung von Briefen oder Rechnungen ist ein wichtiges Marketinginstrument der Unternehmen. Deren Gestaltung ist aber gesetzlichen Vorgaben unterworfen. Besonders Kapitalgesellschaften müssen hier aufpassen.
Unter den Begriff “Geschäftsbrief” fallen alle Mitteilungen, die an eine bestimmte Person gerichtet sind, wie etwa Briefe, Faxe, Rechnungen, Bestellscheine oder Massenaussendungen an persönlich adressierte Empfänger.

Notwendige Mindestbestandteile

Kapitalgesellschaften (vor allem GmbHs und AGs) müssen folgende Merkmale in ihre Geschäftsbriefe aufnehmen:

  • Firmenwortlaut laut Firmenbuch
  • Rechtsform
  • Sitz der Gesellschaft und Adresse
  • Firmenbuchnummer
  • Firmenbuchgericht
  • Anmerkung, sollte sich die Firma in Liquidation befinden
  • Bei inländischen Zweigniederlassungen zusätzlich die Firmenbuchnummer und das Firmenbuchgericht der Zweigniederlassung
  • Werden Angaben über das Kapital gemacht, so muß angemerkt werden, wenn nicht alle Gesellschafter ihre Einlage voll einbezahlt haben.
  • Datenverarbeitungsregister-Nummer (DVR-Nummer, falls vorhanden)

Zusätzlich empfiehlt es sich, auch die Bankverbindung, UID-Nummer und den Geschäftsführer anzuführen. Fehlen Mindestbestandteile, so kann das Firmenbuchgericht eine Zwangsstrafe verhängen.

Zusatzmerkmale für Rechnungen

Für die Ausstellung von Rechnungen gelten zusätzliche Spezialvorschriften. Es sind vor allem der Rechnungsempfänger und die verkaufte Ware noch näher zu spezifizieren.

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Steuerliche Absetzbarkeit von Umschulungsmaßnahmen

Steuerliche Absetzbarkeit von Umschulungsmaßnahmen

Das Finanzministerium hat die Lohnsteuerrichtlinien betreffend Umschulungsmaßnahmen überarbeitet und an die aktuelle Rechtslage angepasst.
Umschulungsmaßnahmen sind dann als Werbungskosten abzugsfähig, wenn sie derart umfassend sind, dass sie den Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist. Das gilt etwa für die Ausbildung einer Schneiderin zur Hebamme oder das Medizinstudium eines Verwaltungsangestellten. Die Umschulungsmaßnahme muss auf die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abzielen und man diese andere Berufstätigkeit tatsächlich ausüben wollen. Eine spätere Änderung dieses Entschlusses hat aber keine schädliche Wirkung für die Abzugsfähigkeit in der Vergangenheit. Bricht beispielsweise ein Student, der sein Studium als Taxifahrer finanziert, das Studium ab, sind die bisher angefallenen Umschulungskosten als Werbungskosten anzuerkennen.

Intensiver Nachweis

Eine bloße Absichtserklärung, aus der neuen beruflichen Tätigkeit künftig Einkünfte erzielen zu wollen, ist für die Absetzbarkeit von der Steuer aber zu wenig. Drohende Arbeitslosigkeit, die Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten oder bessere Berufschancen durch die Umschulung sind schon vonnöten. Je eher die Umschulung auch privaten Interessen dienen kann, desto intensiver muss dieser Nachweis geführt werden. So wird die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen der Umschulung eines gut verdienenden Informatikers zum Hubschrauberpiloten wohl nur schwer argumentierbar sein.
Ist aufgrund der “Gesamtbetrachtung der Verhältnisse” von Anfang an nicht zu erwarten, dass der Steuerpflichtige im neuen Beruf Einkünfte erzielen wird, ist ein Absetzen von der Steuer nicht möglich. Das ist etwa der Fall, wenn ein gut verdienender Arzt Ägyptologie studiert. Werden allerdings wider erwarten doch Einkünfte im neuen Beruf erzielt, können die Einkommensteuerbescheide der Jahre, in denen die Aufwendungen nicht anerkannt wurden, rückwirkend abgeändert werden.

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Der steueroptimale Luxuswagen?

Der steueroptimale Luxuswagen?

Steuerlich können nur „angemessene” Aufwendungen und Ausgaben im Zusammenhang mit einem PKW geltend gemacht werden.
Angemessen bedeutet steuerlich, dass die Anschaffungskosten inkl. Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe den Betrag in Höhe von € 40.000,00 nicht übersteigen dürfen. Bis zu einem Zeitraum von 5 Jahren hat diese Angemessenheitsgrenze auf den Zeitpunkt der Erstzulassung (ursprünglicher Anschaffungspreis) zu erfolgen (vgl. VO zu § 20, BGBl II 2004/466).

Wie könnte nun der steueroptimale Luxuswagen aussehen?

Das lässt sich am besten mit einem Beispiel darstellen. Hierzu benötigen wir ein Luxusmodell, z.B. einen Mercedes S 400 Limousine Automatik, Bestzustand, mit Sonderausstattungen, welche den Alltag im Auto erleichtern. Anschaffung einerseits als Neu- bzw. Gebrauchtwagen mit Erstzulassung nach 2001, andererseits Anschaffung als Gebrauchtwagen – Erstzulassung vor 2001 (älter als 5 Jahre). Der seinerzeitige Neupreis betrug ca. € 90.000,00, Verhandlungsbasis für den Gebrauchtwagen z.B. € 34.000,00.

Mercedes S 400 als Neu- bzw. Gebrauchtwagen bis zu 5 Jahre – steuerlich:
Bei diesem Mercedes, seinerzeit als Neuwagen mit ca. € 90.000,00 Anschaffungskosten, könnten, bezogen auf die Angemessenheitsgrenze von € 40.000,00, somit nur 44 % (bezogen auf den Neupreis) steuerlich geltend gemacht werden. Zusätzlich ist die steuerliche Abschreibungsdauer von 8 Jahren zu beachten. Die jährliche steuerliche Abschreibung bei Neufahrzeug und jungem Gebrauchten beträgt demnach ca. € 5.000,00.

Mercedes S 400 als Gebrauchtwagen älter als 5 Jahre – steuerlich:
Aufgrund des Alters von über 60 Monaten ist bei dieser Limousine (Gebrauchtwagen mit einer Verhandlungsbasis von ca. € 34.000,00) für die Überprüfung der Angemessenheit nicht mehr der Stichtag der Erstzulassung heranzuziehen, sondern die tatsächlichen Anschaffungskosten des Gebrauchtwagens. Der Gebrauchtwagenpreis ist, bezogen auf die Angemessenheitsgrenze von € 40.000,00 angemessen und steuerlich zu 100 % absetzbar. Aufgrund des Alters beträgt die steuerliche Restnutzungsdauer 3 Jahre womit sich eine steuerliche Abschreibung in Höhe von € 11.333,33 errechnet.

Ergebnis: Steuerlich ist dem über 5 Jahre altem Luxusmodell der Vorzug gegenüber einem bis zu 5 Jahre altem Luxusmodell zu geben. Bestzustand vorausgesetzt. Ein paar Monate können große steuerliche Auswirkungen haben.

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Erste Rechtsprechung zur neuen Elternteilzeit

Erste Rechtsprechung zur neuen Elternteilzeit

Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitnehmern können seit 1.7.2004 mit einem “Quasi-Rechtsanspruch” ihrer Mitarbeiter auf eine Teilzeitbeschäftigung bis zum 7. Lebensjahr des Kindes konfrontiert werden,
wenn die Mutter oder der Vater schon mindestens 3 Jahre im Unternehmen beschäftigt ist.

Dies bedeutet eine erhebliche zusätzliche Belastung für Sie als Arbeitgeber. Ihr Mitarbeiter kann nämlich diese Elternteilzeit durch eine einseitige Erklärung über die gewünschte neue Lage und/oder die Dauer der Arbeitszeit auslösen. Sollten Sie als Arbeitgeber dann mit der vorgeschlagenen Teilzeitvariante nicht einverstanden sein, wäre rechtzeitig eine Klage beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht mit Unterbreitung eines Gegenvorschlags einzubringen. Das Gericht hat bei seiner Entscheidung über die Klage zwischen den Interessen des Arbeitnehmers und jenen des Arbeitgebers abzuwägen.

Klageweg möglichst vermeiden

Erste Gerichtsentscheidungen haben gezeigt, dass die Interessen der Arbeitnehmer den betrieblichen Interessen meistens vorgezogen werden, da die Gerichte den Betrieben größere Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und dem Einsatz von Ersatzkräften zumuten. Als Arbeitgeber sollten Sie daher den Klageweg möglichst vermeiden und in Gesprächen mit Ihrem Mitarbeiter eine einvernehmliche Lösung suchen.

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Bewirtung von Geschäftsfreunden

Bewirtung von Geschäftsfreunden

Höhe und Art der Bewirtungsaufwendungen sind bei Betriebsprüfungen oft Diskussionspunkt mit der Finanzbehörde.
Bewirtungsspesen betreffen Geschäftsessen im Betrieb oder in Restaurants jeder Art. Auch die Übernahme der Hotelkosten des Gastes sowie die Kosten seiner Beherbergung in einem Gästehaus oder einer Gästewohnung zählen dazu. Solche Aufwendungen für die Bewirtung von Geschäftsfreunden sind grundsätzlich Repräsentationsaufwand und können daher nicht steuermindermindernd geltend gemacht werden. Nur gewisse Bewirtungsaufwendungen sind von diesem Abzugsverbot nicht oder nur zum Teil betroffen.

Zu 100% abzugsfähig sind

  • Bewirtungskosten als Leistungsinhalt: Das sind etwa Verpflegungskosten anlässlich einer Schulung, wenn diese im Schulungspreis enthalten sind.
  • Bewirtung mit Entgeltcharakter: Das trifft insbesondere auf “Incentive-Reisen” zu, wenn etwa erfolgreiches Vermitteln durch die Finanzierung einer Reise “belohnt” wird. Beim Empfänger der Reise liegt jedoch eine Betriebseinnahme oder ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor.
  • Bewirtung ohne Repräsentationskomponente: Darunter fallen Bewirtungsaufwendungen anlässlich Fortbildungsveranstaltungen, die für Geschäftsfreunde, mit denen laufende Geschäftsbeziehungen bestehen, getätigt werden. Zu solchen Fortbildungsveranstaltungen zählen Produktvorstellungen, Schulungen für selbstständige Handelsvertreter und Kaufleute, die die Erzeugnisse des Betriebes vertreten. Auch die Bewirtung anlässlich der Schulung von Arbeitnehmern eines Geschäftsfreunds oder eine Bewirtung im Rahmen von Events, kann zu 100 % von der Steuer abgesetzt werden, wenn derartiges Event-Marketing im Rahmen eines professionellen Marketingkonzeptes eingesetzt wird.

Zu 50% abzugsfähig sind

werbewirksame Bewirtungsaufwendungen, bei denen die Repräsentationskomponente untergeordnet ist. Ein Nachweis der erfolgten Produkt- oder Leistungsinformation ist zu erbringen. Darunter fallen etwa

  • Aufwendungen für Bewirtung im Zusammenhang mit Informationsveranstaltungen,
  • Bewirtung im Betriebsraum bei Geschäftsbesprechungen oder Betriebseröffnungen,
  • Arbeitsessen im Vorfeld eines konkreten Geschäftsabschlusses.

Der Vorsteuerabzug steht jedoch in voller Höhe zu und muss nicht um 50% gekürzt werden.

Zur Gänze nicht abzugsfähig sind

werbeähnliche und gemischte Aufwendungen. Darunter fallen etwa Aufwendungen für die Bewirtung im Haushalt des Steuerpflichtigen, Bewirtung bei Bällen, Essen nach dem Theater, Arbeitsessen nach dem Geschäftsabschluss oder eine Bewirtung aus persönlichem Anlass – wie zum Geburtstag und zum Dienstjubiläum.